Das Rückspiel gegen die TSG Kaiserslautern II stand für unsere D1 ganz klar unter einem besonderen Vorzeichen. Das Hinspiel lief nicht wie gewohnt und genau das merkte man den Jungs von Beginn an an. Der Wille, es diesmal besser zu machen, war deutlich spürbar – vielleicht sogar ein Stück zu deutlich.
Druck im Kopf statt Klarheit im Spiel
Von der ersten Minute an war zu erkennen, dass sich die Mannschaft viel vorgenommen hatte. Leider führte genau dieser Anspruch dazu, dass sich die Spieler selbst unter Druck setzten. Anstatt ruhig und strukturiert zu agieren, versuchte man phasenweise „mit dem Kopf durch die Wand“ zu gehen.
Die Folge: zu viele einfache Fehler, ungenaue Pässe und überhastete Abschlüsse.
Spielverlauf: Mehr Spielanteile, weniger Effizienz
Trotz dieser schwierigen Ausgangslage entwickelte sich ein Spiel, in dem der SV Enkenbach eigentlich vieles richtig machte – zumindest auf den ersten Blick:
- 55,7 % Ballbesitz
- 19 Abschlüsse gegenüber 13 des Gegners
Doch Fußball wird bekanntlich vor dem Tor entschieden – und genau hier lag der Unterschied.
Die TSG erwischte den besseren Start und ging früh in Führung. Unsere Antwort ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Nach rund neun Minuten gelang der verdiente Ausgleich.
Kurz vor der Pause dann der nächste Rückschlag – die Gäste stellten auf 1:2.
Auch in der zweiten Halbzeit blieb das Bild ähnlich: Enkenbach mit mehr Spielanteilen, die TSG jedoch eiskalt vor dem Tor. Das 1:3 war ein weiterer Nackenschlag. Ein vermeintliches Abseits was zu einem Tor führte, wurde aufgrund der Schiedsrichter Entscheidung auf Abseits nicht gegeben, ebenfalls ein Tor für den SVE nach einem angeblichen Handspiel wurde nicht gegeben (alles im Video zu sehen), was den Kids einen weiteren Nackenschlag in dieser Partie verpasste.
Trotzdem gab sich die Mannschaft nicht auf und hatte mehr als genug Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden. In der Schlussphase belohnte sie sich zumindest noch mit dem Anschlusstreffer per Elfmeter zum 2:3 – mehr sollte jedoch nicht mehr gelingen.
Formkurve: Offensiv stark, aber nicht konstant
Ein Blick auf die letzten Wochen zeigt eigentlich ein positives Bild:
- Sieg gegen ASV Winnweiler (1:0)
- Spektakuläres 4:3 gegen SV Otterberg
- Weitere deutliche Ergebnisse wie das 0:2 gegen die FCK – C-Mädchen
Die Offensive funktioniert grundsätzlich gut und zeigt immer wieder ihre Qualität.
Gleichzeitig offenbaren Spiele wie das 2:3 gegen die TSG, dass es noch an Konstanz fehlt – sowohl in der Chancenverwertung als auch in der defensiven Stabilität.
Analyse: Wo das Spiel entschieden wurde
Angriff
Mit 19 Abschlüssen war genug Potenzial vorhanden. Die Conversion Rate von 10,5 % zeigt jedoch, dass die Effizienz gefehlt hat. Viele Angriffe wurden gut aufgebaut, aber der letzte Pass ins entscheidende Drittel war oft zu ungenau oder kam zu spät.
Defensive
Alle Gegentore entstanden aus gefährlichen Strafraumsituationen. Hier war die TSG deutlich zielstrebiger und nutzte ihre Chancen konsequent. Die Qualität der gegnerischen Abschlüsse war insgesamt höher.
Spielkontrolle
Vor allem in der zweiten Halbzeit hatte Enkenbach das Spiel weitgehend unter Kontrolle. Der Ball lief gut durch die eigenen Reihen. Was jedoch fehlte, war die Absicherung bei Ballverlusten – genau daraus entstanden immer wieder gefährliche Situationen.
Ausblick: Potenzial ist da – jetzt die richtigen Schlüsse ziehen
Die Leistung zeigt klar: Die Mannschaft hat die Qualität, Spiele zu dominieren.
Der nächste Schritt wird sein, diese Dominanz auch in Punkte umzumünzen. Der Fokus für die kommenden Spiele liegt dabei auf:
- stabilerer Strafraumverteidigung
- besserer Absicherung im Umschaltspiel
- klareren und effizienteren Abschlüssen aus zentralen Positionen
Wenn es gelingt, diese Punkte zu verbessern, wird sich der Aufwand auch wieder im Ergebnis widerspiegeln.
Fazit
Eine knappe Niederlage, die sich nicht unbedingt nach einem verlorenen Spiel anfühlt – aber genau das macht sie so ärgerlich.
Die Jungs wollten unbedingt eine Reaktion auf das Hinspiel zeigen. Der Einsatz hat gestimmt, der Wille war da – jetzt gilt es, wieder mehr Leichtigkeit ins Spiel zu bekommen und die eigenen Stärken konsequent auszuspielen.
Denn eines ist klar: Das Potenzial ist absolut vorhanden.
